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NEU: Der PIS-Kompass

28 July 2026 By SwissMed AI

Ein neues SwissMed AI-Vergleichstool ordnet neun ausgewählte Schweizer Praxisinformationssysteme nach ihrer Integrationsfähigkeit für externe KI-Anwendungen ein.

⏱️ Lesezeit: ca. 3 Minuten


Ob ein KI-Scribe oder ein anderes KI-Tool in der Praxis reibungslos läuft, hängt nicht nur vom Tool selbst ab, sondern auch vom Praxisinformationssystem (PIS) dahinter. Diese Beobachtung ist der Ausgangspunkt unseres neuen SwissMed AI PIS-Kompass: ein Vergleichstool, das eine Auswahl von neun in der Schweiz verbreiteten PIS danach einordnet, ob ihre Infrastruktur eine KI-Anbindung zulässt.

🧭 Methodik: Was der Kompass ist – und was nicht

Der Kompass ist Desk-Research aus öffentlich zugänglichen Herstellerangaben. Die neun aufgenommenen Systeme sind eine Auswahl verbreiteter Schweizer Anbieter, noch keine vollständige Marktübersicht. Nutzer:innen wählen bis zu drei Systeme aus und erhalten sie nebeneinander, mit denselben Fakten zu Fachgebiet, Kosten, Migration und Support. Geprüft werden drei Fragen:

  • Offene, dokumentierte Schnittstellen: Kann ein externes KI-Tool andocken, oder ist das System technisch abgeschottet?

  • Strukturierte Datenspeicherung: Stehen Diagnosen und Codes in geordneten Feldern oder überwiegend als Fliesstext? Das ist für KI-Tools entscheidend: Strukturierte Felder kann eine KI direkt und zuverlässig auslesen und weiterverarbeiten, Fliesstext muss sie hingegen erst interpretieren, mit entsprechend höherem Fehlerrisiko.

  • Betriebsart: lokal oder cloud-/webbasiert: Läuft das System auf einem einzelnen Praxis-Computer, oder ist es über das Internet erreichbar? (”Cloud” beschreibt dabei, wo die Daten liegen, “webbasiert”, dass der Zugriff über den Browser erfolgt – in der Praxis meist ein und dasselbe System.) Lokale Systeme sind für externe KI-Tools grundsätzlich schwerer erreichbar, weil eine Verbindung von aussen erst technisch ermöglicht werden muss. Cloud- und webbasierte Systeme sind meist einfacher anzubinden, weil ein KI-Tool direkt über das Internet zugreifen kann.

Hinweis: Weil Preise, Schnittstellen und Partnerschaften sich schnell ändern, auch wenn unsere Einträge regelmässig aktualisiert werden, gilt für jeden Eintrag: vor einer Kaufentscheidung direkt beim Anbieter nachfragen, idealerweise in einer Live-Demo.

🔧 Warum eine KI-Funktion allein wenig über KI-Bereitschaft aussagt

  • Eine vorhandene KI-Funktion sagt für sich genommen wenig darüber aus, ob dasselbe System auch für ein zweites oder drittes KI-Tool offen ist.

  • Wie offen ein System tatsächlich ist, zeigt sich oft erst im Detail: an der Zahl bereits angebundener Partner, an einer öffentlich dokumentierten Schnittstelle oder schlicht daran, ob überhaupt eine Cloud-Version existiert.

  • Ein fehlender offener Zugang bedeutet dabei nicht zwingend, dass eine KI-Anbindung unmöglich ist. Oft ist sie nur aufwendiger, eingeschränkter oder auf einen einzelnen Partner beschränkt.

💡 Die wichtigsten Erkenntnisse für Sie als Ärztin oder Arzt

1. Eigene KI-Funktion oder offene Schnittstelle – beides hat seinen Wert Ein PIS mit eigener, fest eingebauter KI-Funktion bietet oft eine direktere Integration und ist unter Umständen einfacher zu bedienen, weil Anbieter und KI-Funktion aus einer Hand kommen. Offene Schnittstellen wiederum eröffnen die Möglichkeit, verschiedene, spezialisierte Lösungen anderer Anbieter anzubinden, was mehr Auswahl bedeutet, aber auch mehr Abklärungsaufwand. Welche Variante besser passt, hängt vom eigenen Bedarf ab.

2. Strukturierte Daten sind ein wesentlicher Faktor Ob eine KI Diagnosen oder Codes zuverlässig verarbeiten kann, hängt davon ab, wie diese im System gespeichert sind, unabhängig davon, wie modern die Benutzeroberfläche wirkt.

3. Lokale Systeme sind nicht per se ungeeignet Sie bieten oft mehr Kontrolle darüber, wo die eigenen Daten gespeichert sind (Datenhoheit), machen eine spätere Anbindung externer KI-Tools aber tendenziell aufwendiger. Das ist eine Abwägung, keine reine Kostenfrage.

🔎 Grenzen des Kompasses

Cair.one nimmt im Vergleich eine Sonderrolle ein: Es ist kein klassisches PIS mit angebundener KI, sondern ein KI-natives System, das Praxisverwaltung und KI-Dokumentation von Grund auf zusammen denkt. Ein eigener Artikel zu diesem Konzept kommt demnächst in unserem Blog. Ein ähnlicher Ansatz existiert mit ClinicOS auch in Deutschland.
Datenschutz, Datenmodell, Migrationsaufwand und Support sind ebenfalls wichtige Aspekte für eine Kaufentscheidung, mindestens so relevant wie die reine KI-Anbindung.


Ist Ihr heutiges System überhaupt bereit für ein KI-Tool? Das ist vielleicht die eigentlich erste Frage – erst danach lohnt sich die Frage, welches Tool das richtige für Ihre Praxis ist.

Möchten Sie das für Ihre eigene Praxis konkret klären? Kontaktieren Sie uns, um mehr über unser neues Beratungsangebot (aktuell im Pilotbetrieb) zu erfahren: Beratung.

👉 Den PIS-Kompass finden Sie unter mdai.ch/de/ai-ready-pis/.



📅 Kommende Webinare

Ausserdem in unserem Kalender: Praxisupdate Allgemeinmedizin, 15. September 2026

🔗 Weitere Infos: https://mdai.ch/de/talks/


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